„Zu viel Chlor" oder „zu wenig Chlor" – dabei lautet die entscheidende Frage meist anders: freies oder gebundenes Chlor? Wer den Unterschied kennt, versteht sofort, warum das Wasser riecht, die Augen brennen oder das Chlor nicht wirkt. Hier bekommst du die drei Chlorwerte klar erklärt.
Kurz erklärt
Freies Chlor ist das aktive, desinfizierende Chlor – ideal sind 0,3–0,6 mg/l. Gebundenes Chlor (Chloramine) entsteht, wenn Chlor mit Schweiß, Sonnencreme oder Urin reagiert; es riecht typisch nach „Chlor", reizt die Augen und sollte unter 0,2 mg/l bleiben. Gesamtchlor ist die Summe aus beiden.
Inhalt
Was Chlor im Pool macht
Chlor desinfiziert und oxidiert: Es tötet Bakterien, Viren und Algen und baut organische Verunreinigungen ab. Damit es das kann, muss der pH-Wert stimmen. Bei pH 7,0–7,4 arbeitet Chlor am effektivsten – steigt der pH darüber, verliert es einen großen Teil seiner Wirkung, obwohl der gemessene Chlorwert gleich bleibt.
Freies Chlor – der Wert, der zählt
Freies Chlor ist das noch nicht verbrauchte, sofort verfügbare Chlor – der Anteil, der aktiv desinfiziert. Genau diesen Wert misst du im Alltag und hältst ihn im Zielbereich.
Ideal sind 0,3–0,6 mg/l. Bei starker Belastung – Hitze, viele Badegäste, nach einem Gewitter – darf freies Chlor kurzfristig bis 1,0 mg/l steigen, in Ausnahmefällen auf etwa 1,2 mg/l. Zu niedrig, und die Desinfektion bricht ein; dauerhaft zu hoch, und es reizt Haut und Augen.
Gebundenes Chlor – das „verbrauchte" Chlor
Gebundenes Chlor (Chloramine) entsteht, wenn freies Chlor mit Schweiß, Hautschüppchen, Sonnencreme oder Urin reagiert. Es desinfiziert kaum noch, verursacht aber den stechenden „Hallenbad-Geruch" und brennende Augen. Wichtig: Dieser Geruch bedeutet nicht zu viel Chlor, sondern zu viel gebundenes Chlor.
Als Faustwert sollte gebundenes Chlor unter 0,2 mg/l liegen. Steigt es an, hilft eine Stoßchlorung, um die Chloramine aufzubrechen. Mehr dazu im Ratgeber Chlorgeruch im Pool.
Gesamtchlor – freies plus gebundenes
Gesamtchlor ist die Summe aus freiem und gebundenem Chlor. Ziehst du das freie Chlor vom Gesamtchlor ab, erhältst du das gebundene. Ist diese Differenz groß, steckt zu viel Chloramin im Wasser – ein klares Signal für eine Stoßchlorung.
So misst und korrigierst du die Chlorwerte
Miss zuerst mit dem AquaCheck Teststreifen freies Chlor, pH und Gesamtalkalinität. Bring dann den pH auf 7,0–7,4 – sonst arbeitet das Chlor nicht richtig, egal wie viel du nachdosierst.
Das freie Chlor stellst du mit Chlorgranulat (schnelle Stoßchlorung) oder Chlortabletten (gleichmäßige Dauerdesinfektion) ein. Ein Hinweis zur Konsistenz: Beide sind stabilisiertes Chlor und tragen mit der Zeit Cyanursäure ein – behalte diesen Wert im Auge, damit dein Chlor wirksam bleibt.
Wenn das Chlor nicht wirkt
Zeigt der Test ausreichend freies Chlor, das Wasser wird aber trotzdem trüb oder grün, liegt es fast immer an einem von zwei Werten: Der pH-Wert ist zu hoch, oder die Cyanursäure hat das Chlor blockiert. Ist umgekehrt zu viel Chlor im Wasser, findest du die Lösung im Ratgeber Zu viel Chlor im Pool.
Häufige Fragen zu Chlor im Pool
Was ist freies Chlor im Pool?
Was ist gebundenes Chlor?
Was ist Gesamtchlor?
Warum riecht mein Pool nach Chlor?
Welcher freie-Chlor-Wert ist ideal?
Misst der AquaCheck Teststreifen freies Chlor?
Warum wirkt mein Chlor nicht, obwohl genug da ist?
Fazit
Nicht die Menge, sondern die Art des Chlors entscheidet: Freies Chlor (0,3–0,6 mg/l) desinfiziert, gebundenes Chlor (unter 0,2 mg/l) riecht und reizt. Halte den pH bei 7,0–7,4, miss freies Chlor regelmäßig und reagiere bei zu viel gebundenem Chlor mit einer Stoßchlorung. Dann bleibt dein Wasser klar, geruchsarm und hygienisch.
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