Regen ist für den Pool kein sauberes Nachfüllen, sondern ein Eintrag. Regenwasser ist weich, leicht sauer und bringt Staub, Pollen und Blätter mit. Nach einem Gewitter sind deshalb praktisch alle Werte verschoben – und wer nur nachchlort, behandelt das Symptom.
Kurz erklärt
Nach starkem Regen: Grobschmutz abkeschern, Wasserstand auf Skimmermitte korrigieren, Filter laufen lassen und danach reinigen, dann in dieser Reihenfolge messen und einstellen: Alkalinität – pH – Chlor. Regenwasser verdünnt alle drei Werte gleichzeitig und drückt den pH-Wert nach unten. Erst danach chloren.
Inhalt
Was Regen mit deinem Poolwasser macht
Regenwasser ist destilliertes Wasser mit Fracht. Es enthält fast keine Mineralien, ist leicht sauer und nimmt auf dem Weg nach unten alles mit, was in der Luft hängt. Im Pool wirkt das an fünf Stellen:
| Eintrag | Wirkung im Pool |
|---|---|
| Weiches, saures Wasser | senkt pH-Wert und Alkalinität – der Puffer geht verloren |
| Verdünnung | freies Chlor und Cyanursäure sinken gleichzeitig |
| Staub, Pollen, Blütenstaub | organische Fracht zehrt Chlor, Wasser wird trüb |
| Phosphat und Nährstoffe | Algendünger – der Grund für Grünstich zwei Tage später |
| Blätter und Zweige | verstopfen Skimmerkorb, bremsen die Umwälzung |
Der typische Verlauf: Nach dem Gewitter sieht das Wasser noch klar aus. Zwei Tage später ist es grünstichig – weil das Chlor verdünnt wurde und der Regen gleichzeitig Nährstoffe eingetragen hat. Deshalb ist die Kontrolle direkt nach dem Regen kein Luxus.
Schritt 1: Grobschmutz raus
Bevor irgendetwas gemessen wird, kommt der Schmutz raus – und zwar zuerst der schwimmende. Blätter, die zu Boden sinken, zersetzen sich dort und zehren tagelang Chlor.
Kescher über die Oberfläche, dann Skimmerkorb und Pumpenvorfilter leeren. Beide sind nach einem Unwetter oft randvoll. Ein verstopfter Skimmerkorb bremst die Umwälzung genau dann, wenn du sie am dringendsten brauchst.
Schritt 2: Wasserstand korrigieren
Nach Starkregen steht das Wasser oft über der Skimmeröffnung. Dann kann der Skimmer die Oberfläche nicht mehr abziehen – genau die Schicht, in der Pollen und Staub schwimmen.
Lass so viel Wasser ab, bis der Pegel wieder etwa auf halber Höhe der Skimmeröffnung steht. Das ist kein Wasserwechsel, sondern nur die Korrektur des Überschusses – die verdünnten Werte musst du trotzdem nachstellen.
Schritt 3: Filtern und Filter reinigen
Jetzt darf die Pumpe arbeiten. Lass sie nach einem Unwetter mehrere Stunden am Stück durchlaufen, damit der eingetragene Feinschmutz mechanisch rausgeht, bevor du Chemie nachdosierst.
Danach reinigst du den Filter, denn er sitzt jetzt voll mit Regenfracht:
| Filtertyp | Nach dem Unwetter |
|---|---|
| Sand- / Glasfilter | rücksspülen, bis das Schauglas klar ist, dann nachspülen |
| Kartuschenfilter | Kartusche entnehmen und gründlich abspülen |
| Filterbälle | entnehmen, ausspülen oder bei stark verschmutzt tauschen |
Welcher Filter was leistet, steht auf der Seite Poolfilter: Sand, Kartusche oder Filterbälle.
Schritt 4: Werte messen und einstellen
Erst wenn Grobschmutz raus, Pegel korrigiert und mehrere Stunden gefiltert wurde, ist eine Messung aussagekräftig. Und dann gilt die normale Kette – nicht „einfach Chlor rein“:
| Reihenfolge | Zielwert | Typisch nach Regen |
|---|---|---|
| 1. Alkalinität | 80–120 mg/l | gesunken – Puffer verdünnt |
| 2. pH-Wert | 7,0–7,4 | gesunken – Regen ist leicht sauer |
| 3. Freies Chlor | 0,3–0,6 mg/l | gesunken – verdünnt und aufgezehrt |
Warum die Reihenfolge zählt: Ein zu niedriger pH-Wert bei zu niedriger Alkalinität springt bei jeder Korrektur. Und Chlor bei falschem pH-Wert dosieren heißt, Mittel ohne Wirkung zu verbrauchen. Der komplette Ablauf steht auf der Seite Poolwerte einstellen: die richtige Reihenfolge.
Zum Anheben nach Regen nimmst du Chlorgranulat – es wirkt schnell, während Tabletten für die langsame Grundversorgung gedacht sind. Gemessen wird mit dem AquaCheck Teststreifen, der genau diese drei Werte abdeckt.
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Leichter Regen oder Gewitter?
Nicht jeder Regen braucht das volle Programm. Die Menge entscheidet:
| Situation | Maßnahme |
|---|---|
| Leichter Nieselregen | nichts weiter – normale Routine beibehalten |
| Längerer Landregen | abkeschern, messen, pH und Chlor prüfen |
| Gewitter mit Starkregen | komplettes Programm: Schritte 1 bis 4 |
| Unwetter mit Laub und Ästen | Programm plus Boden absaugen und Filter kontrollieren |
Faustregel: Ist der Wasserstand sichtbar gestiegen, hat der Regen genug Volumen eingetragen, um deine Werte zu verschieben. Dann wird gemessen.
Vor dem Unwetter vorbereiten
Wenn ein Gewitter angekündigt ist, sparst du dir mit zehn Minuten Vorbereitung die halbe Nacharbeit:
Chlorwert vorher an den oberen Rand bringen (0,6 mg/l), damit die Verdünnung nicht unter den Wirkbereich führt. Abdeckung drauf – sie hält Laub und Staub draußen, muss aber sturmsicher fixiert sein. Lose Gegenstände wegräumen, die in den Pool wehen können. Skimmerkorb vorher leeren, damit er die Fracht aufnehmen kann.
Nicht empfehlenswert: die Pumpe während des Gewitters durchlaufen lassen. Bei Blitzschlag und Spannungsspitzen im Netz ist die Elektronik gefährdet. Nach dem Unwetter wieder einschalten und dann lange filtern.
Häufige Fragen zum Pool nach Regen
Was muss ich nach starkem Regen im Pool machen?
Senkt Regen den pH-Wert im Pool?
Muss ich nach Regen chloren?
Warum wird mein Pool nach Regen grün?
Muss ich nach Regen Wasser ablassen?
Soll die Poolpumpe bei Gewitter laufen?
Wie bereite ich den Pool auf ein Unwetter vor?
Fazit
Nach dem Regen ist die Reihenfolge dieselbe wie immer, nur mit zwei Schritten davor: Erst Grobschmutz und Pegel, dann filtern, dann messen – Alkalinität, pH, Chlor. Wer stattdessen sofort chlort, verbrennt Mittel an Blättern und falschem pH-Wert. Und wer vor dem Gewitter den Chlorwert anhebt, hat nach dem Gewitter kaum Arbeit.















































